Kunst aus der Dunkelheit

Artist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - Füllergemälde
Woher kommen diese Motive? "Die waren schon immer da", sagt Axel Neumann. Es brauchte nur ein besonderes Erlebnis, damit er sich wieder an sie erinnern konnte. Das fand vor 26 Jahren statt: Drei Wochen lang liess er sich in seiner komplett abgedunkelten Wohnung einschließen. Es kam es zu einer visuellen Erlebnisflut von Welten, die er nie zuvor gesehen hatte. Er war dem Rat seines Schauspiellehrers gefolgt und hat sich einer x-beliebigen menschlichen Grenzerfahrung ausgesetzt, um seinen inneren künstlerischen Reichtum zu erforschen. Es war Zufall, dass er die Dunkelheit gewählt hat.

Das eigentliche Erlebnis, als sich ihm seine Bilder gezeigt haben, beschreibt er als unspektakulär. Der Anfang soll etwas beängstigend gewesen sein, danach wurden die Visionen jedoch zu einem natürlichen Prozess. Heute sagt er: „In den drei Wochen habe ich gelernt, mir selber zuzuhören.“

Die Auswirkungen der Erfahrung waren enorm. Danach richtete er alles drauf aus, die mentalen Bilder auf Papier zu bringen. Er musste sich nicht nur ein neues künstlerisches Handwerk aneignen, auch die Entwicklung einer neuartigen Maltechnik war notwendig, um das Gesehene überhaupt 1:1 abbilden zu können. Seit nunmehr über 26 Jahren malt er mit dem Füller ab, was er damals gesehen hat. Und zwar mit einer Intensität (er malt täglich 15 bis 20 Stunden am Stück), Ausdauer und Konsequenz, dass sich Außenstehenden schon fast ein Gefühl von Besessenheit aufdrängt. Er selber sagt: „Die Bilder drücken mich. Sie möchten zu Papier gebracht werden.“ Inzwischen hat er schon über Tausend Werke geschaffen und er sagt, dass er noch lange nicht fertig ist mit seiner Aufgabe.

Die Erfahrung hatte auch zwei neurologische Folgen: Der Künstler verfügt seitdem über synästhetische Fähigkeiten, heute kann er Farben nicht nur sehen, sondern auch hören. Überdies hat er eine außergewöhnliche Gedächtnisfähigkeit entwickelt. Bis heute hat er die enorme Zahl an Motiven im Kopf abgespeichert. Er kann sie jederzeit abrufen, was je nach Motiv ein paar Stunden, teilweise aber auch mehrere Wochen dauern kann. Diese besondere Gedächtnisleistung lässt sich allerdings – zum großen Bedauern des Künstlers - nicht auf andere Aufgaben übertragen. Sie funktioniert nur bei den damals gesehenen Bildern.

Heutzutage mag ein solches Experiment extrem erscheinen. In der Antike war diese intensive Form der Selbstschau oder Meditation jedoch verbreitete Praxis. Die Menschen taten es, um Antworten auf wichtige Lebensfragen zu erhalten oder Heilung von Krankheiten. Genannt hat man das damals Höhleninkubation. Wissenschaftler erkennen darin ein neurologisches Modell. Die Menschen in veränderten Bewusstseinszuständen fangen an geometrische Formen zu sehen, die je nach kulturellem Hintergrund als sinnhafte Symbole aufgefasst werden. Oft entstehen dynamische Strudel, die die Menschen anzusaugen scheinen. Die verschiedenen Sinnesreize verschmelzen. Auch Axel Neumann kann seit seiner Grenzerfahrung Farben sowohl sehen als auch hören.

Auch in den Augen der israelischen Altertumsforscherin Prof. Yulia Ustinova sind die mit dem Entzug äusserer Reize verbundenen Visionen und Empfindungen zeitlos. Sie sieht sie in der Kunst von Axel Neumann verkörpert. Frau Ustinova ist Autorin des Buches „Caves and the Ancient Greek Mind. Descending Underground in the Search for Ultimate Truth“ (Oxford, 2009), sie schreibt:

"In der modernen Forschung über veränderte Bewusstseinszustände, ist die Passage durch einen rotierenden dunklen Raum, die in einem strahlenden Licht im Zentrum des Visionsfeldes endet, als „Vortex-Erfahrung“ bekannt. Sie tritt oft im Zustand der sensorischen Deprivation auf. Der Ausschluss äußerer Reize zwingt den Geist dazu, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Dabei werden intensive innere Bilder ausgelöst. Axel Neumann hat das enorme Potential dieser Erfahrung erkannt und enthüllt es in seinen Bildern."

Lesen Sie hier nach, was Prof. Ustinova über seine Kunst sagt.
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Mein Freund Axel ist ein unfassbar begnadeter Künstler. Mich fasziniert an seiner Kunst, dass sie das Ergebnis einer Grenzerfahrung ist. Wer sich drei Wochen in Dunkelheit und Stille einschließt, der wagt einen gefährlichen Ritt auf der Rasierklinge. Axel hat viel riskiert und alles gewonnen. Jetzt sind seine Bilder da und sie sind atemberaubend.

Menschlich beeindruckt mich seine enorme Leistungsfähigkeit. Täglich bis zu 18 Stunden am Stück zu malen und das über Jahre hinweg, ist mentale Ausdauer vom Feinsten. Für mich ist Axel ein Extremkünstler, der höchsten Respekt verdient.


Joey Kelly, Extremsportler und Unternehmer, Zeitschrift “Schreibkultur”, 4/2017

Malen mit dem Füllfederhalter




Allgemein kennt man den Füller nur als Schreibgerät. Sicher gibt es einige Künstler, die mit dem Füller zeichnen. Aber damit zu malen, das ist neu. Die Motive sind untrennbar mit ihrer Machart verbunden. Mit keiner bekannten Maltechnik gelang es dem Künstler, die komplex ineinander verwobenen Vortex Strukturen seiner Visionen abzubilden. Erst mit dem Füller und einer speziellen Malsystem hatte er Erfolg. In aufwendiger Präzisionsarbeit und ohne Vorzeichnung reiht er zahllose Federstriche, keiner größer als 1-2 mm, nach einem eigenen System aneinander. Dabei entstehen die markante Oberflächentextur und außergewöhnlich weiche Farbabstufungen.

Seine harmonischen Motive erinnern an Gebilde aus der Natur. Die surrealen Formen sind von frappierender Dynamik. Es ist offensichtlich, dass der Künstler die gesehenen Welten mitten in der Bewegung portraitiert. Die intensiven Farben und ihre Leuchtkraft fallen ins Auge. Sie gehen in zahllosen Nuancen fließend ineinander über und die Plastizität der Welten erscheint nahezu greifbar.

Axel Neumann gibt seinen Bildern selten Namen. Ihm ist es wichtig, dem Betrachter alle Freiheit zu lassen. Jeder soll unvoreingenommen für sich selber erleben, was die Motive ihm persönlich bedeuten. Füllermalerei ist gnostische Kunst.

Der Künstler arbeitet mit Acrylfarbe. Eigentlich ist diese Kombination technisch widersinnig, da die Pigmente den Füllfederhalter eigentlich verstopfen müssten. Wie es ihm trotzdem gelingt die Materialien zusammenzuführen, bleibt sein Geheimnis. Die Farben durchlaufen einen mehrstufigen Mischakt, bevor sie auf den Karton aufgebracht werden. Darum sprechen wir hier auch von Malerei und nicht Zeichnung.

In nachfolgendem Video erzählt der Künstler, wie er zu seiner Kunst gefunden hat. Der live Beitrag vom NDR entstand im Vorfeld einer Füllergemälde Präsentation, die seine Schauspielkollegin Cosma Shiva Hagen in ihrer Hamburger Galerie "Sichtbar" für ihn organisiert hat.




Dauer: ca. 16 Minuten
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Wer malt schon mit Füller und Tinte? Da mag es den einen oder andern Zeichner geben. Die Tinte dann aber durch Acrylfarbe zu ersetzen, ist ein Geniestreich, dessen Ergebnis wir eigentlich nur bestaunen können.
So beschrieb der Journalist H.P. Lichtwald 1996 die Pionierleistung der Füllermalerei.

Das sagen andere ...

"Axel, deine Arbeiten sind wunderschoen ... das ist Kunst die man nicht nur mit dem Auge sieht sondern mit dem Körper und in der Seele fühlt ... wenn ich hier sitze und deine Kunst auf mich wirken lasse hat diese geradezu meditative Wirkung auf mich ... I´m a fan - definitely !!!!!!! Keep up the great work"

Manoush


"Bin beeindruckt... geniale Bilder die in der Tat ganz viel auslösen! Deine Worte über Emotie und Philosophie treffen bei mir auch auf ganz viel Zustimmung mit leichtem Lächeln im Gesicht..."

Annika


"(...) Die Feinheit der Farbgedanken, das gigantische Ausmaß und die Arbeit des Meisters von über sieben Jahren lässt einem im Versuch stehen, dem Großen eine menschliche Dimension zu geben. (...) Der Betrachter empfindet in der Gestaltung Übersinnliches. Einmal die große Palette der feinen Andeutungen der Farben. Keine Gestalten, nichts Bekanntes, doch eine Kompostition in der Übersinnlichkeit. Der Betrachter erfährt, dass alles mit Füller gestaltet wurde, er sucht Striche, findet aber keine. Mit Ergriffenheit und der Überzeugung, etwas Ähnliches noch nie gesehen zu haben, bleiben wir in Hochachtung und Erinnerung an an die Arbeit Axel Neumanns."

Leserbrief "Südkurier", Heinz Hangarter


Dear Axel,
Just to say more "officially" how much I think of your art and of the motivations behind it. We need more than ever visionary artists like you. We must also dare to reclaim the beauty and power of monumental art from those who stole it from us (and so corrupted it!) in the 20th century. Wishing you all the very best!
V.
 

"... wirklich tolle Bilder die du da zeichnest, wusste ich gar nicht, kannte dich bisher nur aus den Filmen. Die Bilder haben aber etwas, sie wirken irgendwie wie ein Teil einer Geschichte. Auf jeden Fall besser als David Duchovny der sich einfach in'n Eimer Farbe setzt und seinen Hintern auf's Papier bringt. Gruß Dévin"