Über mich


Künstler sind exzellente Lebenslehrer. Darum schreibe ich diesen Blog.

Ich erlebe oft, wie die Füllergemälde von Axel die Menschen berühren. Das sind große, wichtige Momente – denn sie sind echt. Für mich beweisen Sie, dass Axel die menschliche Seele begriffen hat. Das ist aber kein dogmatisches Wissen. Niemals werden Sie hier Überschriften finden, wie: „10 Dinge, die sie schnell glücklich machen.“ Dafür ist dieses Wissen viel zu subtil.


Wie ich für mich die Kultur entdeckte


Meine „kulturelle Erweckung“ liegt schon viele Jahre zurück. Ich muss zwischen 12 und 13 Jahre alt gewesen sein. Pflichtlektüre von der Schule: Goethes Faust. Alle haben gestöhnt und gelitten, ich auch. Als klassisches Arbeiterkind war mir dieses g'scheite schon immer suspekt gewesen. Aber dann hat es mich voll erwischt. Noch nie zuvor hatte ich etwas so Schönes gelesen. Alles in mir tanzte mit den Worten und Versen mit, es war schön, lustig, spannend, erhebend, ja magisch. Und von dem Tag an war ich eine andere.

Jahre später habe ich dann durch Axels Füllermalerei das visuelle Kunsterleben für mich entdeckt. Bis dahin war ich blind für Malerei. Ich fand die Kunstwelt abstoßend, elitär und unnütz und überhaupt, was machen die nur so einen Aufstand um dieses Gekritzel?

Aber bei der Ästhetik von Axels Füllergemälden hat es mich schlagartig erwischt. Zum ersten Mal konnte ich Farben und Formen fühlen. Es war wie ein inneres Wachsen, ein „Tiefer –Werden“. Was für ein existenzielles und radikales Erlebnis! Und wieder war ich eine Andere.

Ich weiß, dass es auch vielen anderen mit Axels Kunst so ergeht. Das ist sowohl für den Künstler, als auch für mich eine große Freude und Bereicherung. Vielleicht entstammt diese besondere Kraft dem Umstand, wie die Füllermalerei entstanden ist?


WOHER KOMMT DIESE KUNST?


Es war eine emotionale Grenzsituation. 1990 hat sich Axel für 3 Wochen in seiner vollständig abgedunkelten Wohnung einschließen lassen. Durch das Ausschalten des Sehens, wurden seine anderen Sinne umso schärfer. Besonders der, der nach Innen schauen kann. Dabei wurden Motive vor seinem inneren Auge sichtbar, die ihm bislang fremd waren. Diese Motive können Sie heute auf seinen Bildern sehen. Obwohl diese Erfahrung schon 25 Jahre her ist, hat er noch lange nicht alle Motive abgebildet. Ihre Fülle und Vielfalt muss gewaltig gewesen sein. Bis heute arbeitet er daran, sie nach und nach auf Papier zu bringen. Sie sind seine Berufung als Künstler.

Heutzutage mag eine solche Geschichte befremdlich klingen. Längst haben wir uns an ein rationalistisches und ökonomisches Weltbild gewöhnt. In der Kunst- und Musikgeschichte sind solche Erlebnisse jedoch mehrfach dokumentiert und zwar gleichmäßig über alle Epochen und Kulturen hinweg verteilt. Sogar renommierte Neurowissenschaftler beschäftigen sich schon damit.

In der Antike nannte man diese Erfahrung den Abstieg in den Hades. Das klingt dramatisch und gefährlich. Und das ist es auch. Für Axel ist das Alltag. Denn seine Kunst kommt aus diesem mysteriösen Ort.




UND DANN IST DA NOCH DER FÜLLER


Für uns ist er DAS Malgerät der Zukunft. Ob wir Träumer oder Visionäre sind, wird die Zeit zeigen. Aber darüber erzählen, dürfen wir heute schon. Meine Beiträge sind zwar gnadenlos subjektiv und emotional oft übermotiviert, aber immer sauber recherchiert. Als Schweizerin und diplomierte Bibliothekarin wurde ich mit so viel Seriosität geimpft, dass ich zu solchen Nachlässigkeiten schlicht nicht fähig wäre.